Dienstagswelt
was a weekly event series presenting a wide range of artists playing strictly electronic music - live and as DJs. Berlin's most recognized elec- tronic music event on a TUESDAY with a nice mixture of local and international audience. We celebrated our partys at RAW.tempel, MIKZ and CASSIOPEIA - located in a former industrial complex in Friedrichshain [S/U Warschauer Str.]. The rough warehouse sites were picking up the rare charme of early rave venues and combining it with the typical Berlin party style & flavor.

27.03.2012 :: You See



Line-up:
Daegon | Der Hut Rec. / Elektrotribe // live (Denver | USA)
Foolik | Kleidertanz
Memnok [Replacement for Tiari] | - Fourth Kind (Grand Rapids, Michigan | USA)
Anarki | Barfuss

Na - wenn das kein Frühling wird! Die Tage sonnig, die ersten Open Airs zwischen noch blütenlosen Bäumen - und Guerilla-Gärtner auf der Frankfurter Allee beim gut gelaunten Guerillagärtnern.... Nur die Nächte sind noch kalt. Außer natürlich, wenn man sie im Kreise der Lieben mit viel Körperwärme, Leidenschaft und flüssigem Feuer verbringt. Genau so etwas schwebt uns nämlich am kommenden Dienstag wieder vor, wenn wir uns alle anschicken, die nächste Dienstagswelt zu besiedeln. 

Zum Terraforming hat sich diesmal ein illustres Ründchen aus vier Unterhaltungs-Spezialisten angesagt. Zwei von ihnen sind den langen, weiten Weg durch den Atlantik geschwommen, vorbei an japanischen Geisterschiffen und diversen, bunt schillernden Schwerölteppichen - nur um das Detroit-Fähnchen auch nach 25 Jahren Techno auf unseren Straße des Ruhms zu schwenken.  Zumindest Tiari (aka Trevor Caruso) kann das sogar mit biographischem Hintergrund tun, kommt er doch ganz real aus der heute mehr vom Niedergang der Autoindustrie als vom Technosound gezeichneten Stadt. Sein Landsmann Daegon indes knüpft, doch ganz in unserem Sinne, allerdings nur musikalisch an das Erbe dieser Stadt an. Er selbst lebt in Denver, einer Stadt, die eher durch schlechte TV Serien oder Jack Kerouacs Roman "Unterwegs" (On The Road" internationale Berühmtheit erlangte. Wir sind deshalb umso mehr gespannt, was uns von dieser Seite - LIVE - um die Ohren fliegt...

Die andere Hälfte der musikalischen Abendunterhaltung übernehmen die (Wahl-)Berliner Anarki und Foolik. Ersterer ist seit vielen Jahren feste Größe der städtischen Feiergemeinde - und gemeinsam mit seiner Barfuss-Crew auch dieses Jahr wieder dabei, im Kiekebusch am nächsten Highlight auch der kommenden Sommersaison zu basteln. Hach, es kribbelt schon so schön! Das selbe gilt - quasi - auch für Foolik, dessen Kleidertanzgruppe uns ebenfalls (nicht nur aber auch) mit exzellenten Open Air Veranstaltungen regelmäßig die Sommer versüßt! An diesem Dienstag indes steht kein Männlein im Walde, sondern derer gleich vier im Raumhafen der Dienstagswelt - allzeit bereit, sich einer musikalischen Schwerelosigkeit sowie den Wundern unseres Universums hinzugeben, als gäbe es kein Morgen. Wer kommt mit? Es sind noch Plätze frei!

20.03.2012 :: Manakacha Labelnacht

Line-up:
Rafael Gomez // Manakacha | Vekton // live
Soren Aalberg // Bedrock Rec. | Manakacha // Kopenhagen [Dk]
Humantronic // Manakacha | Schallbox | Neopren | Elektrotribe


Wisst ihr noch? Letzte Woche unternahmen wir einen kleinen Exkurs in die Welt der "Points", der Info-, Meeting- und sonstwie Points! Nein? Egal... Jedenfalls haben wir einen ganz bestimmte Point extra aus der Aufzählung ausgespart: mämlich den Manakacha Point! 'Waaaas?', hören wir Euch ausrufen, soll den das sein? Ja... der Manakacha Point... wurde benannt nach einem Indianerhäuptling Manakacha (der irgendwie keine wirkliche Rolle in der Geschichte einnimmt - aber wer tut das schon...) und liegt im Grand Canyon - und der bekanntlich in Arizona. Schön ist es da - sogar sehr schön! Gut - kommt man nicht jeden Tag vorbei, deswegen ist es doch eigentlich ganz praktisch, dass es das gleichnamige Labelprojekt unseres Freundes Humantronic gibt, dass zudem ab übermorgen ein Plätzchen an den musikalischen Lagerfreuern der Dienstagswelt erhält. Außerdem hat es zufälligerweise eine ganze Menge mehr mit ausgesprochen guter elektronischer Musik zu tun, als dieser ominöse Aussichtspunkt (stellt Euch vor, ihr wärt ein Indianerhäuptling - und alles, was von Euch übrig bleibt, ist der Name eines View Points...). Wir dachten uns also, wir unternehmen am Dienstag nun also besser eine nächtliche Reise zu den Schönheiten des Labels, als uns mit den paranoiden Einreisebestimmungen der Homeland Security der U,S und A herum zu schlagen. Macht mehr Spaß und ist preiswerter! Außerdem trifft man noch nette Menschen mit guten Musikgeschmack.


Zu Ihnen gehört nächste Woche beispielsweise Labelhead Humantronic, der sich auch manchmal Fred Flower nennt und mit Fug und Recht ein echtes Blumenkind genannt werden darf!  Oder unser heutiger Liveact Rafael Gomez, der wie Fred schon das ein- oder andere mal die Dienstagswelt vom Kriegstanz zur Friedenspfeife und zurück geführt hat. Ganz besonderer Gast heute ist aber Soren Aalberg aus Kopenhagen. Mit ihm nämlich schließt sich der Kreis vom Musiklabel zur Dienstagswelt, weiter zum Indianerreservat - und wieder zurück -  aufs Wunderbarste. Warum? Nun, die von Soren selbst immer wieder gern erzählte Legende besagt, er sei als Säugling von Fischern in einem kleinen Ikea-Weidenkörbchen im Nordeeeschilf gefunden worden. Das rythmische Klatschen der Wellen, das melodische Säuseln des Wassers am Körbchenrumpf sowie die Soundsamples von Möven, Alligatoren und sowjetischen Atom-U-Booten wurden zwangsläufig später zur Grundlage seiner musikalischen Besessenheit. 

Wir erkennen hier zugleich auch die Prophezeiung aus dem Erweckungsmythos der Havasupai Indianer, der wahrscheinlich der versprengte 13. Tribe of Judah ist. Häuptling Manakacha hat schlicht die judäische Geschichte um ein Findelkind namens Moses ein wenig modifiziert und ansonsten - ganz im Geiste der zeitgenössischen Filesharing- und Urheberrechtsdebatte - schlicht abgekupfert, indem er sie auf diesem Dingsbums-Berg in Vinyl ritze und später dann im lokalen Plattenladen der Reservation auf ausrangierten Pressen vervielfältigte. Naja, so erfolgreich wie die Autoren dieser Moses-Geschichte ist das Ding nicht geworden, wobei die Vinylausgabe aber immerhin einen nicht unerheblichen Sammlerwert besitzt... Äh, zurück zu Soren: Während seiner Jugend wurde er zu zahlreichen Reisen in die Wüsten des elektronischen Synthie-Pops gezwungen, was ihn dazu verleitete, eigene Synthesizer zu bauen und damit zu experimentieren. Er erfand den Piepton für elektronische Kassensysteme in Supermärkten und schrieb eine mehrere hundert Seiten dicke Abhandlung über Modulationsversuche von Autohupen. Doch damit nicht genug, widmete er sich auch der Dürrezone dänischer Hörvergnüglichkeiten und bepflanzte sie mit zahlreichen Stilblüten der elektronischen Musik. Von Kopenhagen aus organisierte er Abenteuerreisen in - die dank ihm - blühenden Wüste der zeitgenössischen dänischen Musik. 

So kam es, dass er auf Fred Flower stieß, der zu der Zeit gerade die Marseiller Lavendelfelder hinter sich lies, um im märkischen Sand Berlins nach den Trüffeln der elektronischen Tanzmmusik zu forschen. Und wie es der Zufall, der im Leben ja die meisten entscheidenden Wendungen begründet, so wollte, hatte Fred soeben Rafael Gomez entdeckt. Hmm.. oder es war umgekehrt? Dass Rafael sich von Fred hat finden lassen, wie dieser eine komische Ring sie zu knechten und alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden? Ach nee, das war 'ne andere Geschichte.... Wurzeln, die bis nach Köln und Frankfurt reichen, Blätter und Blüten in Berlin, mit einer Seele, die in Detroit geschmiedet wurde und dessen Gemüt sich zwischen London und Jamaica erholt. Rafaels Musik ist wirklich ein außergewöhnliches, einmaliges und wahrlich beeindruckendes Gewächs, dessen Exploration der Fachwelt ein Rätsel aufgibt. 

Nun kommt es also im Rahmen der Dienstagswelt zum lang und heiß ersehnten Zusammentreffen der drei Granden der Audio-Botanik, eine Forschungsdisziplin, die es in dieser Form, wen wundert's, wohl nur auf dem Dienstagsplaneten gibt. Wir haben Mikroskop und Gießkanne bereit gestellt - und warten jetzt auf Wunder. Sollte jemand den Verdacht hegen, in der Gießkanne sei statt Wasser Vodka und als Linse wäre im Mikro- ein Kaleidoskop verbastelt, der kratzt nur an der Oberfläche der Trickkiste, mit deren Hilfe die Dienstagswelt zusammen gehalten wird... Hauptsache ist nämlich, es wird wieder ganz, ganz wunderbar!

> manakacha rec.


 

Dienstagswelt :: Bionic Session

Line-up:
Hubble [Sleep is Commercial | Archipel Rec.]
Hochkultur54 [Interferenz]
SimonKoma live [Sardinia/ Italy]
Kristoff Georg vs. Simon Koma [fanciful]
Tim Thaler [bln.fm]


Schrecklich! Wie soll man denn mit Zahnschmerzen einen gescheiten Promotext schreiben, der von unbeschwerter Partylaune kündet? Keine Ahnung, aber ich komm' ja trotzdem nicht drumherum... Irgendwie fühle ich mich wie im DB Infopoint, wo man trotz schlechter Laune (dank Julia Go's Radio Dienstag wissen wir: auch schlechte Laune will/ kann gut zelebriert werden..!) gute Mine zeigen muss. Überhaupt diese ganzen "Points" - sind die Euch auch schon mal aufgefallen? Info Point, Snack Point, Meeting Point sind ja noch die Gänigsten, aber die einfallslose Verwendung banaler Anglizismen (oder was man dafür hält...) kennt wenig Grenzen: In der Nähe vom Görlitzer Bahnhof gibt's den Drink Point (Späti), da wo ich wohne noch den Taxi Point und Fitness Pont, außerdem hat Berlin noch den iPoint, den Tennis Point und neben 1000 anderen Points auch noch den Dance Point.

Und da sind wir schon beim Point, äh... Thema: Immer Dienstags versucht ja unsere kleine Dienstagswelt beim tanzwütigen Publikum zu punkten (!). Und zwar mit aufsehenerregenden Künstlern und abenteuerlichen Reisen durch unerhöhrte Klänge und hypnotische Rhythmen. Ich möchte mal behaupten, dass der kommende Dienstag einer der abwechslungsreichsten Trips durch das elektronische Universum werden könnte, die je an einem Dienstag unternommen wurden. Dieser beginnt mit Hubbles Musik für Raumhafenwartehallen und planetare Observer-Sonden, um kurz danach zur Heimspielkulisse des Friedrichshainer DJ Teams Hochkultur54 zu mutieren. Inspiriert durch die Berliner Feiersounds, nicht zuletzt auch durch die dauerhaften und regelmäßigen Besuche der  Dienstagswelt, sollten spätestens an diesem P... unkt unsere Tanzraketen zünden. Im Anschluss daran spielt Simon Koma live, tatsächlich extra aus Sardinien eingeflogen für seinen zweiten Live-Auftritt in unserer Stadt, nachdem er schon die tobenden Massen bei einer der letzten Maria-Nächte perfekt unterhalten hat. Wir wissen, er freut sich wie Bolle - wir aber auch, weil wir hier ein echtes Perlchen gefunden haben. Zumindest glauben wir das bis dato. Musikalisch sind wir in der Zwischenzeit bei etwas dreckigerem Techno und NuTrance inspirierten Beats angelangt, die nahtlos in ein DJ Set von Simon Koma b2b mit Fanciful Labelhead Kristoff Georg übergehen. Die Wildcard am Ende spielt Tim Thaler - in einer schmutzigen Mischung aus Elektro, Techno, House und schranzigem Pop. Ich weiß nicht, wie ich das sonst nennen soll. Irgendwie hat er seine eigene Kategorie erfunden, und das ist ja schonmal ein sehr gutes Zeichen!

Sollten es die Besucherzahlten erfordern, machen wir heute eventuell auch den oberen Floor auf, der dann als Meeting Point (uups...) bei entspannt-kommunikativen Tunes ein wenig Raum für Gespräche und Herlzlichkeiten böte. Versprechen können wir allerdings nur eins: Es wird ein denkwürdiger, abwechslungsreicher und wie immer höchst vergnüglicher Dienstag... (zumindest für alle ohne fucking Zahnschmerzen...)

Dienstagswelt: Werkstoff Musik Labelnacht

Line-up:
David Pasternack // 3000° | Voltage Music
Mitja Prinz // Yes! | Kling Klong
Jerando // Werkstoff Musik | OPSM Rec.
Mike Wall // Varianz | Hidden Rec. | NuTempo


Irgendwie schafft es das kleine aber feine Label Werkstoff Musik immer wieder auf's Neue, uns ein Lineup vom Feinsten zu servieren. Also vom Allerfeinsten! Da ist dieser Mitja Prinz zum Beispiel, der heute vielleicht mehr denn je Maßstäbe der musikalischen Abendunterhaltung setzt - der dies aber auch schon 1994 als Resident im Tresor getan hat. 

Zu jener Zeit war Mike Wall allenthalben vor dem Pult als Techo-Fan unterwegs, doch hat ihn sein Werdegang auch hinter die Regler und Mischpulte geführt. Mittlerweile ist er Mastermind seines eigenen Labelgewächs "Orphik Rec.", dessen Produktionen und Releases - anders als zu alten Tresor Zeiten - durch reichlich Grooves und warme Basslines bestechen.

Ein ebenfalls umtriebiger und vielseitiger Protagonist ist Werkstoff Musik Labelhead Jerando, dessen musikalische Biographie u.a. stark von der cc-Musik (netlag / Netaudio Berlin) geprägt war, von Festivals wie dem Sommerlandung - und dem Sonnenwind OA sowie zahlreichen Veranstaltungen in den einschlägigen Clubs und Venues dieser Stadt. Mittlerweile ist er zu einem assoziierten Mitglied der Dienstagswelt-Familie geworden, der - wie auch andernorts (etwa im Ritter Butzke) - für das ein- oder andere Lineup unserer kleinen Dienstagsreihe verantwortlich ist.

Seinen Hang zu warmen, dem Techdub und House entsprungenen Sounds, teilt er mit 3000° Wandermagier David Pasternack, dessen eigene Veröffentlichung auf Voltage Musik sowie verschiedene Remixe (u.a. Werkstoff Musik!) einen druckvollen und warmen (s.o.) Dancefloorsound zelebrieren. Seine rasant wachsende Popularität kommt nicht von ungefähr, ist er doch einer jener Hauptstadttalente, das die Zukunft der elektronischen Clubkultur noch entscheidend mitgestalten kann.

So, nun fehlt eigentlich nur noch die erste frühlingshafte Stimmung auch außerhalb unserer Dienstagswelt, der Rest passt!

28.02.2012 :: Dienstagswelt - Zwei mal Vier

Line-up:
Richard Zepezauer :: [Nsyde Rec. | Farbfernseher]
Max Matteo :: [IV-VIER | Zyklus HH]
Eddie Ivo :: [IV-VIER | Zyklus HH]
Anna Box :: Berlin


Zwei mal Vier macht Spaß widdewiddewitt und außerdem zwei DJs... Wir machen uns die Dienstagswelt, wie sie uns gefällt! Getreu nach der frequenzmodulierten Lebensweisheit einer gewissen Pipilotta Victualia verfahren wir ja eigentlich jede Woche, diesmal aber müssen wir nochmals besonders auf diesen ausgesprochen wichtigen Aspekt hinweisen. Denn Eddie the Ivo und Max Matteo durchbrechen mal wieder die ansonsten oft strikt getrennten Universen von Hamburch und Bärlin, um nach dem auch bei Ihnen sehr beliebten Unwahrscheinlichkeitsprinzip das Gewöhnliche zum Besonderen und das Unmögliche zum gepflegten Standard werden zu lassen.

Auf derart verdrehten Füßen steht natürlich niemand gerne - und so hängen unsere DJ heute kopfüber hinterm Pult und spielen alle Platten rückwärts ab. Anna Box, das verzauberte Schaukelpferdchen des vocalgetränkten 4/4 Takts, ist solcherlei Wahnsinn natürlich schon längst gewöhnt. Mit ihr auf einem Spazierritt durch den Techno-Märchenwald begegnen uns allerlei fabelhafte Creatiere wie Ohrwaldwürmer oder Veitstanzbären, die die Gesetze unseres Bewusstseins und der Wahrnehmung gehörig durcheinanderwirbeln.

Für Richard Zepezauer hingegen gelten ja schon längst keine Regeln und Gesetze des Genres mehr! Mit seinen schon legendären und vom Publikum überrannten Veranstaltungen im Farbfernseher, in der er eines Abends sogar die Musik von Sun Ra, diesem außerirdischem Jazzgenie, mit zeitgenössischen 4/4 kombinierte, ist Richard der Erste für uns nahe am gottgleichen Zustand eines Allesundnochvielmehr-Könners! So kann es auch diesmal wieder keinen Zweifel geben: Die Dienstagswelt hat's wirklich in sich - versprochen!

21.02.2012 :: Dienstagswelt :: Elektrotribe Rec. Labelnacht

Line-up:
Voodoo J (Elektrotribe) [FR] - LIVE
Alex Tomb (Elektrotribe) [UK]
Moog Conspiracy (Elektrotribe)
Humantronic (Elektrotribe l Manakacha)


Die armen Rheinländer, müssen schon wieder ihre ganze Verrücktheit in ein paar kümmerliche Tage des Frohsinns pressen... Dabei kann das Leben auch ohne Karneval wie ein einziger Narrenzug sein! Und typisch auch, dass die Anhänger einer straff durchorganisierten Jeckenschar zwar einen Rosenmontag und Aschermittwoch benennen, den Dienstag dazwischen aber achtlos links liegen lassen, als wären seine Stunden es nicht wert, Erwähnung zu finden im Feierkalender des Karnevals! Oder schlimmer noch: Als müsste man den Mantel des Schweigens über diesen verkaterten Wurmfortsatz der Spaßkultur decken...

Tja, wir Dienstagsweltler wissen es natürlich besser! Kein Tag ist geeigneter, Spaß und Frohsinn, Blödelei und Trinksucht in so ungezwungener Weise zu verbinden, dass dabei auch noch der Wunsch entsteht, spaßgetränkte Melodien und bauchbebende Beats aus soundschwangeren Soundanlagen dazuzuschalten. Und natürlich auch, sich ein paar Musikanten einzuladen, die mal abseits von Tuschs und Schunkelliedchen ein paar fröhliche 4/4 auf die Tanzfläche zaubern, die wirklich Spaß machen! 

Zwei von den musikalischen Protagonisten kommen dafür heute extra aus London bzw. Strasbourg angereist, die anderen Beiden lungern schon länger im ehemals preussisch-spaßfreien Berlin herum, um zeitgenössischen Frohsinn zu zelebrieren. Alle vertreten dabei das deutsch-französische Label Elektrotribe Rec., was neuerdings auch eine Vertretung in Indien eröffnet hat (aber dazu im Sommer mehr, wenn's dazu was konkret zu sagen gibt!) Von vorangegangenen Kooperationen wissen wir: Wir wollten an diesem Tage sicher nirgendwo sonst unseren Spaß haben, als auf unserer kleinen Dienstagswelt...

14.02.2012 :: Valentienstagswelt :: You See

Line-up:
Josch Überwasser :: Suchtfaktor
Frank Martiniq :: Boxer Rec. | Rotary Cocktail
Nicorus :: DLR
Phonatic :: Drift Ashore | Estrange

Am heutigen Valentinstag wollen wir mit Euch mal das Thema "Liebe" besprechen. Zu langweilig? Na - wie wär's mit Sex? Immer noch zu öde? Na gut: Halböffentlicher Sex auf Clubtoiletten? Na also...

Dass die Dienstagswelt auch gleichzeitig eine der seriösesten Partnerinstitute diesseits der virtuellen Welt ist, ist ja hinlänglich bekannt. Nun gibt es doch tatsächlich immer wieder Leute, die uns fragen: "Wie geht das, wenn ich bei Euch einfach nur halböffentlichen Sex mit 1,2 Promille und unbekannten Partnern haben möchte?" Darüber reden wir natürlich gerne, denn Sex ist einer unserer absoluten Kernkompetenzen! Einige von Euch haben ja schon gemerkt, dass wir zahlreiche Kameras in den Toiletten installiert haben, zu rein dokumentarischen Zwecken versteht sich - und um den Ratsuchenden zahlreiche anschauliche Beispiele aus dem realen Leben geben zu können. Hier zeigt sich schnell, welche Paare oder sonstige aktiven Kopulationskonstellationen (auch dank unserer Beratungsangebote!) bereits fortgeschrittene Skills erworben haben - und welche Protagonisten noch im Anfängerstadium einfacher Triebabfuhr stecken. So ein anständiger Toilettenfick ist auch nicht leicht so zu inszenieren, dass er auch andere, unbeteiligte Menschen, beeindruckt. Und das ist ja die Königsdisziplin! Dabei kommt natürlich der Lautstärke des Gestöhnes sowie der Choreographie der Lust eine entscheidende Rolle zu, ebenso wie das Rhytmusgefühl und der Takt gegenüber den Wartenden, doch recht zügig zur Sache zu kommen.

Wir überlegen auch gerade, eine der Kabinen zu einem Beichtstuhl umzubauen, sodass man seine Sünden direkt bereuen kann. Wir könnten kleine Ablassbriefchen verkaufen oder den Peepshow-Vojeurismus ankurbeln , eine kleine Niesche für ein Zusatzgeschäft. Was denkt ihr - wäre das auch für Euch ein Zugewinn? Außerdem könnte man in diesem Zusammenhang noch einige Varianten des halböffentlichen Hormonausgleichs installieren, wir wollen allerdings an dieser Stelle noch nicht weiter in die Details gehen, Hochwürden...

Naja, wir hoffen immerhin, dass ihr die nicht vorhandenen Kondomautomaten ignoriert und Euch vor fiesen Krankheiten wie Sisyphos oder ADS schützt. Wer von dem anonymen Gevögel schwanger wird, wendet sich vertrauensvoll an unserer Zentrale für angemessene Namensgebung...

Also: Zuhause poppen ist oldschool! Holt Euch den ultimativen Kick durch einen der zahlreichen Hormoncocktails - und dann nichts wie rein ins Vergnügen!

P.S.: Um die ganze Sache noch spannender zu machen, hat sich das MIKZ ausgedacht, die Türleute von Zeit zu Zeit mal zu Euch in die Kabinen zu schicken, um technische Fähigkeiten und Erregungsgrad zu kontrollieren - und dann ggf. auch allzu schlechte Sexualapartner nach Hause zum Üben zu schicken...

07.02.2012 :: Dienstagswelt: Elektrik Experience

Line-up: 
Mateng - live :: Avantgarde
Miriam Schulte :: Neim Rec.
Jama :: Bar25
Dr. Jung :: Berlin


Elektro * Discotech * Special 

The heat is on, wa? Jedenfalls bei uns in der Discowelt... Ja, die Dienstagswelt macht mal einen Ausflug - und ist aber mal sowas von gespannt, was das hier werden wird! DJs und Künstler sind euphorisiert, haben ihre Perücken mit rosa Schillerlocken rausgeholt und wartern nur darauf, unserer kleine Dienstagswelt-Feiergemeinde in den ultimativen Partykollaps zu steuern! Dabei holen sie weit aus, bis in die 70er und 80er Jahre hinein werden Elektroperlen hervorgekramt und mit einer ordentlichen Portion 4/4 blitzeblank poliert. Natürlich bleiben wir auch heute musikalisch in erster Linie beim zeitgenössischen Ausdruck, der indes beinhaltet, sich auch mal augenzwinkernd den Discoroots zu nähern. Berührungsängste sollten hier gar nicht erst aufkommen, denn Livekünstler und Schallplattenunterhalter sind hinlänglich auf ihre partytauglichkeit getestet. Also ihr Granaten: get the real groove tonight! Licht aus, Spot an! (Heizung läuft auch...)

31.01.2012 :: Black Fox Music Night

Line-up:
Oleg Suhov // Garage Sound System // Moskau
Tagträumer² // BlackFoxMusic // Berlin
Toureau // Parquet Records // Lüneburg
Alexander Pushkin // BlackFoxMusic // Berlin


Uh, foxy Lady! Pünktlich zu den frostigen Temparaturen haben wir uns erneut mit unseren Freunden von Black Fox Music zum Feiern verabredet. Was das bedeutet, kann wohl nur erraten, wer schon mal versucht hat, sibirische Kälte mit extatischem Tanz und flüssigem Feuer abzuschütteln. Leider hat das MIKZ ja jetzt eine funktionierende Heizung, sodass wir die arktischen Temperaturen innerhalb unserer Räumlichkeiten nicht allumfassend simulieren können. Tja, an dieser Stelle müssen wir zugeben, dass selbst uns das Unmögliche nicht perfekt gelingt... Na - dann improvisieren wir halt - und das ist doch mindestens so authentisch wie die Vodkaspur, die wir bis vor die Eingangstür vom MIKZ gelegt haben.

Original sind auch die importierten Stimmungsmacher hinter den Turntables sowie die Rezepte für Moscow Mule und White Russian, die wir zur Feier des Tages als Special anbieten. Natürlich ersetzen wir dabei den Vodka mit einer Mischung aus zweitklassigem Flugbenzin und importierten Heilwasser aus dem Baikalsee, nach einem alten sowjetischen Originalrezept - denn wir wollen ja auch hier möglichst nah am Original bleiben. Wer also dieses repetetive Technogeballer auf Dauer nicht aushält, kann sich auch am Tresen zur Partystimmung vorkämpfen! Das sollte dann auch dafür sorgen, dass die letzten Partyhürden fallen - ganz so, wie sich eine sibirische Nacht in Berlin anfühlen sollte.. Oder etwa nicht? Es sollte also für alle was dabei sein. Pelzmäntel und Kalaschnikows müssen aber leider zuhause bleiben, ein wenig Sitte und Anstand muss dann doch sein...

24.01.2012 :: You See

Line-up:
Rhauder & Dreher // 3000° / perplex
Argon // Süss & Sauer
OakKlee // Berlin


Ja ja, wer hat je behauptet, dass die Welt da draußen die Farbe eines Schweinepopos hätte? Naja, beim trüben Licht schwacher Neonfunzeln saßen wir also über der Nähanleitung, die wir in einer alten Ausgabe von "Spaß am Nähen - Handarbeit als Therapie" gefunden haben und versuchten, den neuen Flyer für die heutige Dienstagswelt zu gestalten. Und wir müssen gestehen: an unseren Händen klebt das Blut Unschuldiger! Getränkt nämlich mit dem Blut unserer Zeigefinger, die von der Nähnadel etwa vier Dutzend mal durchstoßen wurden, haben wir uns alle Mühe gegeben, die kommende Dienstagswelt in ein heimeliges Gewand aus rosarotem Optimismus zu kleiden: Darüber, natürlich, dass die Welt ein besserer und gerechterer Ort wird - oder wir wenigstens immer genügend Jägermeister haben, sodass wir uns sie entsprechend einbilden können. Und zu einer schönen Welt gehören natürlich auch schöne Gäste (oder Licht aus) und schöne Musik.

Letzteres liegt heute in ausschließlich Berliner Händen, natürlich ausgestattet mit mehr Feingefühl als die blutigen Amateure, die in nächtelanger Strafarbeit am Flyer herumgebastelt haben. OakKlee, Argon sowie Dreher & Rauder sollten der Berliner Feiergemeinde bestens bekannt sein - und so ein ferienfreier Januardienstag ist dann irgendwie die beste Gelegeneheit, ein wenig intimer zu werden. So offenbaren wir heute unsere rosarote Feierseele, sperren die DJs in den Streichelzoo hinterm Pult und sorgen für genug Verpflegung an der Bar. Wir denken, dass könnte sehr kuschelig werden...

17.01.2012 :: Return To Sender

Line-up:

Benno Blome // Sender Rec. /Senzen /Bar25 // Berlin
Sebastian Klenk // Sender Rec. // Berlin
Hey Karolin // Hi Freaks // Hamburg

Als Elivs Presley vor genau 50 Jahren (nämlich 1962) den Song "Return to Sender" aufnahm, ahnte er nicht, zu welcher Berühmtheit es diese drei magischen Worte im Jahre 2012 bringen würden. Als Titel für die Sender Labelnacht im Rahmen der Dienstagswelt beschreiben sie den immer wieder kehrenden Kreislauf der Vinylrillen auf den Slipmats, die die Dienstagswelt bedeuten. Sie verweisen auf den Kreislauf von Tod, Verwesung und Wiedergeburt oller Musikstücke im Zuge heutiger Technoremixe, die selbst vor dem Schlagermief der 60er und 70er nicht Halt machen. Und sie appelieren zugleich an das Sendungsbewusstsein jedes angehenden Techno-Gottes, sich von der Erwartungshaltung des Empfängers zu lösen und eigene Botschaften in die Welt zu schicken, in der Hoffnung auf ein widerkehrendes Echo von den Tanzflächen und Verkaufscharts...

Gespannt wie die Bauchpartie von Elvis' Seidenhemden sind wir auf unsere heutige Künstlerselektion, deren Protagonisten gemeinschaftlich die Gnade der späten Geburt besitzen - will sagen, dass sie jung genug sind, um in der Technokultur des 21. Jahrhunderts große Fußspuren zu hinterlassen. Für sie gilt allesamt - versichert Benno Blome - ein altes Sprichwort, dass der Mastermind von Sender Rec. nur allzugerne rezitiert: "Wer andern auf den Sender geht, zumeist am Plattenteller steht". In diesem Sinne: Turn on, tune in, drop out!

10.01.2012 :: Dienstagswelt - im Lila Wunderland



Line-up: 
Julie Marghilano *live :: Highgrade | Bouq Rec.
Tim Vitá :: Lila Wunderland
Mario Aureo :: Phaze | Off Rec. | Keno
David Faust :: Lila Wunderland

Who the fuck is Alice? Gibt's bei uns nicht - obwohl wir heute einen Ausflug in's Wunderland unternehmen. Ins LILA Wunderland, versteht sich. Und wie das in den uns Menschen bekannten Wunderländern so ist, haben auch wir eine Herz Dame im Spiel, die mit Violinenklängen ihre kompromisslose Selektion an den Turntables in zauberhafte Sphären zu modulieren versteht. Natürlich braucht ihr keine Angst zu haben, dass die heutige Dienstagswelt den Charakter eines Kammerkonzerts annimmt - sondern könnt euch, wie gewohnt, darauf verlassen, dass wir auf dem reißenden Strom des 4/4 dem erneuten Feierkollaps entgegenschaukeln.

An Bord sind diesmal, neben bereits erwähnter Julie Marghilano, z.B. noch Mario Aureo, der von der Leine an die Spree geflohen ist, vielleicht vor schlechten Politikern aus dieser Region, vielleicht auch weil die Technotrauben, anders als im Lila Dienstagswunderland, im Epizentrum des Technoniemandslandes (zwischen Braunschweig und Bielefeld) nicht in den Himmel wachsen (albernes Sprichwort übrigens: was soll das denn bitteschön für einen Sinn haben, wenn Trauben in den Himmel wachsen? Egal...) Auch er teilt sich heute die Zeit auf der Dienstagswelt mit David Faust, der seinerzeit aus dem Costa Rica der Ostsee (Stralsund) nach Berlin gekommen ist, um uns ein paar sonnenverwöhnte Klänge seiner aus Heimat, dem Techhouse, einzuschänken. Gemeinsam mit Lila Mastermind Tim Vitá verirren wir uns heute im Wunderland, hinter den Spiegeln, den Spiegelbrillen, den Spiegelkugeln der Nacht im Labyrinth unerhörter Klänge und verzauberter Musik, wundersamer Künstler und geistger Getränke, die es z.B. ermöglichen sollen, am Ende der Nacht folgende Weisheit aus dem Lewis Carrol's Wunderland zu verstehen:

"‘Scheine, was du bist, und sei, was du scheinst’ – oder einfacher ausgedrückt: ‘Sei niemals ununterschieden von dem, als was du jenem in dem, was du wärst oder hättest sein können, dadurch erscheinen könntest, daß du unterschieden von dem wärst, was jenen so erscheinen könnte, als seiest du anders!“

03.01.2012 :: You See

Line-up:

Minimal Lounge // live [underyourskin rec. // HH]
PorNo [Hangar]
Chroma [Stil vor Talent]
Affaire Zweifuss [Elektrofreaks]


Während sich das neue Jahr noch den Pflaum hinter seinen noch jungen Öhrchen trocken föhnt, kommen schon die ersten guten Vorsätze der Silvesternacht unter die Räder: Versprachen sich doch zahlreiche, gerade noch aufrecht durch die Nacht stolpernde Jünger des exzessiven Feierns beim Prickeln von lauwarmen Champagnerersatz und Trommelfell-zerreißenden Krachen der selbst geschmuggelten Polenböller, das Jahr 2012 im Gegensatz zum bisherigen Lebenswandel vernünftig, fleißig und enthaltsam zu bestreiten, so erscheinen diese Wünsche im trüben Licht der ersten Januartage nicht etwa als zukunftsweisende oder verantwortungsvolle Entscheidungen, sondern eher als Mühlsteine um den Hals der Gebeugten - weil die Schwere der Welt tragenden - Nachwuchshelden. Denn den Kater nach Silvester (das weiß nun wirklich jeder weltgewandte Profi) vertreibt man am besten mit Konterbier (...wo eins nicht hilft, sollten wenigstens zwei, drei Herrengedecke Wirkung zeigen...) und die fremde Schönheit, die nach dem ersten, späten aber wohlverdienten Neujahrsschlaf im eigenen Bett aufgewacht ist, kann man unmöglich die ganzen nicht verbrauchten Dopevorräte alleine wegschmauchen lassen. So kommt es, dass auch dieses Jahr breits in den ersten Januartagen zahlreiche verirrte Schäfchen auf den Pfad des Lotterlebens und der Unzucht zurückkehren, um zu Beginn des neuen Jahres nicht bereits das Gefühl zu haben, von nun an liefe die Zeit rückwärts dem gesellschaftlichen Abseits und der sozialen Verelendung entgegen. Wir sagen: Recht so!

Wie ihr sicher schon erwartet habt, tun wir wieder das Unsere für eine gelungene Fortsetzung der guten alten Traditionen - und veranstalten die erste Dienstagswelt des Jahres in gewohnt hemmungsloser Manier, mit lauter guter Musik und lauter netten Menschen. Aber bitte seid doch so gut und merkt Euch, dass wir alle Frühstarter weiterhin mit der beliebten 3-Euro-Vorzugspreisregelung versorgen - dieses Jahr (also auch schon heute) gilt die aber nur noch bis Mitternacht! Alle Spätstarter belohnen hingegen uns durch eine Beteiligung an unserem nächtlichen Treiben in Höhe von 5 Euro. Ansonsten dürft ihr von uns dieses Jahr mindestens so viel Abwechslung beim Partygetöse erwarten, wie im vergangenen. Wir freuen uns jedenfalls auf viele weitere gemeinsame Nächte in 2012 und danach. Auf geht's - und bitte nicht anschnallen...!

27.12.2011 :: Zwischenwelt

Line-up:

Main:

23:00 - 01:00 Sunny S. [Sommermuecke]
01:00 - 02:30 Bastian Kurzweil [Dienstagswelt / Kalias]
02:30 - 03:30 Robin Sukroso live // special performance [see description below]
03:30 - 05:30 Holger Zilske [Playhouse / Leena]
05:30 - ende Marcel Cluso [Dienstagswelt]

Oberstuebchen:

01:00 - 02:30 Jerando [Werkstoff Musik]
02:30 - 04:00 Negom // Barcelona
04:00 - end Charlie Wood [Butterfliege]


Zum Jahresende wollen wir noch einmal ein richtig ausgelassenes und umfängliches Festchen feiern. Dabei laden unsere  Residents Bastian Kurzweil und Marcel Cluso zu einer Verkostung ihrer wildesten Appetithappen aus 2011 - die schon einen saftigen Vorgeschmack  auf ein neues Jahr voller muskalischer Schmankerl und Hörgenüsse bieten soll. Bei diesem Unterfangen unterstützen sie ein großartiges Berliner DJ Ensemble, bestehend aus Holger Zilske, Sunny S. und Charlie Wood. Von zarten, eher housigen Tunes bis zum saftigen Technoschnitzel servieren die drei Akustik-Gourmets dabei ein äußerst abwechslungsreiches Hauptmenü, das die verschiedensten Geschmäcker verwöhnen dürfte. Die exotischen Beilagen kommen diesmal aus 
Barcelona [Negom] sowie 
von Robin Sukroso, dessen Live-Performance mit selbst gebauter Technogitarre (ac pad guitar) für uns - und hoffentlich auch für Euch - zum Jahresende noch einmal ein wirklich außergewöhnliches musikalisches Bonbon darstellt. 

Gefeiert wird auf zwei Floors - wie immer für 3 rsp. 5 Euro. Wie immer? Ja, aber im kommenden Jahr wird's trotzdem eine Änderung geben: Der vergünstigte 3 Euro Preis wird dann nur noch bis Mitternacht gewährt, die 5-Euro Regelung gilt in 2012 ab 00:00 Uhr. Heute aber wird ein letztes Mal um 1 Uhr der Sprung gemacht - ihr dürft aber natürlich trotzdem schon früher kommen..! 

20.12.2011 :: Radio Activity: Dienstagswelt meets Bln.Fm [2 Floors]

Lineup:
Moritz Glashauser (BLN.FM)
Jochen Discomeyer (BLN.FM / Audiopilot)
Marius Funk ( BLN.FM / Frischfleisch)
Mijk van Dijk (Motherfunk)
Patrick Egener (Sunday Session)
Nordic By Nature (BLN.FM)
Finckobot (BLN.FM)
ED2000 (EDs World Of Music)
Vela (Matruschkas Teatime)
Ann M Cazal (Matruschkas Teatime)
Jonty Skrufff (Germany Calling)
Fidelity Kastrow (Germany Calling)
Marcel Jochmann (BLN.FM / Mixed Up)
Georg Fischer (Basement Garage)
Jens Hohmann (Freund der ersten Stunde / Ontai)

Um 0:00 Uhr findet auf dem oberen Floor wieder der MITTERNACHTSTALK statt. THEMA: "Eine Radiostation für elektronische Musik in Berlin? Geht da was?"

Teilnehmer (confirmed):
Ulli Huerter (sunshine live)
André Langenfeld (Fritz)
Mona Rübsamen (Flux)
Markus Kuehn (Flux)
Alexander Koenitz (BLN.FM)
Martin Boettcher (rbb)
Steffen Meyer (mabb - Mediananstalt Berlin Brandenburg)
Moderation (neu!): Alexander Koenitz (BLN.FM)


Elektronische Musik in Berlin? Das ist nicht nur die Dienstagswelt oder die Feier-Community der Hauptstadt, sondern auch eine ganze Reihe von Enthusiasten, die sich um Elektronik, Kultur und Information im Radio bemühen. Und nach unserem kleinen "Radio Dienstag"-Special im letzten Monat haben wir diesmal die ganze große Radio-Familie zusammengetrommelt, um gemeinsam zu feiern. Unter dem scheinheiligen Vorwand einer Weihnachtsfeier von BLN.FM - unserem Rundumdieuhrlieblingshaupt-stadtradio - fusioniert unsere Dienstagswelt heute mit den Radiomachern dieser Stadt zu einer gemeinsamen Party mit eingebautem Kulturteil

Kultur? Das bedeutet an diesem Dienstag einmal mehr, dass wir interessierte und engagierte, kritische und laute Zeitgenossen zum Mitternachts-Talk einladen - und damit meinen wir nicht nur unsere illustren Gäste wie André Langenfeld von Radio Fritz, Mona Rübsamen und Markus Kühn von FluxFM oder Ulli Hürter von Sunshine Live... Auch auf Eure Meinungen dazu sind wir gespannt - denn es wird die Frage diskutiert, ob Berlin ein Radio über UKW für elektronische Musik braucht – und wie so eins ausschauen sollte!

Wem das allerdings doch einen Tick zu viel Wort bedeutet, der kann sich auf der Tanzfläche eine Etage tiefer schon tanzend austoben. Da zeigen BLN.FM-Musikredakteure und Moderatoren für welchen Sound sie ganz persönlich stehen. Neben Urgesteinen wie Mijk van Dijk und ED2000 gibt es die nachfolgende Generation wie Audiopilot Jochen Discomeyer und das von Dienstagswelt und BLN.FM gemeinsam verhätschelte Hausoppossum Marcel Jochmann zu hören. Die aktuellsten Disco- und House-Tracks hält Frischfleisch-Moderator Marius Funk parat, während das Nordic by Nature-DJ-Team mit den heißesten Neuentdeckungen aus Skandinavien aufwartet. All das und noch viel mehr... woll'n wir machen - wenn nur schon der 20. wär!

Wer auf sein Glück setzen will, der sollte an dem diesmal ausnahmsweise angesetzten Gewinnspiel teilnehmen, denn: BLN.FM hat uns 5×2 Gästelistenplätze für die Radio Activity abgepresst. Gehe auf (http://www.bln.fm/gewinne-mit-blnfm) um mit “MYRADIO” als Kennwort an der Verlosung teilzunehmen. Einsendeschluss ist der 20.12.2011, 15:00 Uhr.

13.12.2011 :: Dienstagswelt: You See Plays Techno

Line-up :
Snitch // live [Concorde Club]
H. Schacht
[Samuvar]
Karina Qanir
[Warehouse // gegen]
Audio Is Guilty
[Klangsucht]

Es gibt mal wieder Neues vom Prenzlauer Berg, diesem geschundenen Bezirk, über den sich so viele so gerne lustig machen... Von "Bionade Biedermeier" spricht Henning Sußebach zum Beispiel in seiner schon 2007 erschienen schonungslosen Abrechnung mit der "national befreiten Zone" (Maxim Biller), in der der Laufsteg der Pornobrillenträger die Kastanienallee ist, die aber eigentlich nur noch „Castingallee“ genannt wird. Wo die "Mütter vom Kollwitzplatz" (Ol) ihre Bälger beim Kinderyoga anmelden, dass „der Thomas macht“, der früher mal Pädagoge war, der auch mal eine Werbeagentur hatte und der nun eine Glatze trägt... 

In diesem Berliner Bezirk also schließt zum Jahresende das Icon, der letzte ernst zu nehmende Club.  „Bis zur letzten Minute hatten wir gehofft – ohne Erfolg! Im Sommer letzten Jahres wollte uns das Bezirksamt loswerden – diesen Kampf haben wir noch gewonnen. Jetzt mag der Vermieter nicht mehr – und wir sind machtlos", schreiben Lars und Pamela, die Betreiber des Icons, auf ihrer Website. Ein kleine Ironie dabei, dass augerechnet der schon fünfzig mal abgeschriebene und heute angesagter denn je scheinende Szenebezirk Kreuzberg mit dem "Gretchen" den Betreibern eine neue Heimat offeriert.

Dabei ist die Hippness des Heimatplaneten der Dienstagswelt, Friedrichshain-Kreuzberg, ebenfalls gerne mal Ziel satirischer Angriffe auf die "It-crowd", die so mancher doch eher in Mitte vermutet hätte. Die Partykultur des Viertels, zu der wir ja irgendwie auch gehören, analysiert remeberclothing in seinem Blog. Demzufolge gibt es einige wichtige Regeln, um sich im Jahr 2011 sicher durch die Partynacht zu lavieren:

"Ein latent gelangweilter Gesichtsausdruck mit einem halb-arroganten Blick ist absolut kritisch, um zu überzeugen. Die Musik auf einer Party muss immer als schlecht bewertet werden. Mindestens muss „der Sound“ oder „die Soundanlage“, abgekürzt auch „Anlage“ als schlecht hervorgehoben werden. Anders, als man es noch in der Schule im Heimatdorf gelernt hat, ist Ziel der Party nicht, Konversation zu führen, sondern besonders oft fotografiert zu werden. Strikt untersagt sind Kameras aus der gewöhnlichen Produktion. Wichtig ist es, dass man auf den Bildern gelangweilt, lethargisch und atemberaubend gut aussieht. Auf Parties sollte man deshalb immer mindestens ein Oberteil (für Männer besonders empfohlen ein „V-Neck“) tragen. Jutebeutel (mit Sterni-Bier oder Club Mate, da authentischer) nicht vergessen. Man sollte davon absehen, mit Freunden für ein Bild zu posieren, da man weder Freunde haben noch Enthusiasmus zeigen sollte. Spaß ist verboten. Niemals, unter keinerlei Umständen, darf getanzt oder gar mitgesungen werden. Veranstaltungen sollten meist in seltsamen Spelunken statt finden, auf keinen Fall aber in trendigen Szeneclubs, um Originalität zu demonstrieren. Sobald eine Party mit Flyern beworben wird, lohnt es sich nicht mehr hinzugehen. Doch egal, unter welchen Umständen, die Nacht muss dennoch von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang verbracht werden, um Standkraft und auch Langweile beweisen zu können."

So, nun also wisst ihr, dass ihr bei uns am völlig falschen Platz seid. Vollkommen uncool setzen wir auf lächelnde Gesichter und Enthusiasmus - und fotografieren ist (eigentlich) auch verboten. Wir bewerben die Dienstagswelt mit (online-)Flyern und machen auch sonst fast alles falsch (außer Club Mate), was zu einer langweiligen, schlechte Laune verbreitenden Pseudoparty im Szeneclub nur gehören kann. Also ihr Hoffnungslosen: Überlegt's Euch gut, ob ihr Euch - nur für eine rauschende Party - Euer Image wirklich so versauen wollt.