Dienstagswelt
was a weekly event series presenting a wide range of artists playing strictly electronic music - live and as DJs. Berlin's most recognized elec- tronic music event on a TUESDAY with a nice mixture of local and international audience. We celebrated our partys at RAW.tempel, MIKZ and CASSIOPEIA - located in a former industrial complex in Friedrichshain [S/U Warschauer Str.]. The rough warehouse sites were picking up the rare charme of early rave venues and combining it with the typical Berlin party style & flavor.

17.09.2012 :: Laut/Leise Special

Line-up: 
Whatyes (live) // Klangsucht
Bara Bröst // BBE | Lila Wunderland
Tim Vita // Lila Wunderland
Tragz // Fade In | Tonschleife


Was soll eigentlich dieses "Leise" im Titel? Wir feiern noch ein wenig Geburtstag - und zwar laut! Also: LAUT! Mit lauter lauten Lieblingsgästen. Nämlich unseren vierten - zumindest ein wenig zum Warmwerden für Freitag, wo ja in der Ritter Butzke unsere Augen-zu-und-Durch-Multidimensionssshow startet. Hier erfahrt ihr was dazu... Und ebenfalls den von Tschiepy, der blauen Flugkugel der Berliner Feiercrew Laut/Leise. Bekannt etwa durch die Berliner "Viva Con Aqua"-Open Airs, die Geld für Brunnenprojekte in Indien zusammen sammeln - oder den regelmäßigen Sommer-Events in der Griesmühle sowie dem ganzjährigen Treiben im Golden Gate. Zwei Jahre flattert das Vögelschen schon um seinen Kumpel Alex herum, und weil beide so ein süßes Paar sind, streuen wir noch ein wenig Konfettizucker auf die heutige Spaßgranatennacht - laut Kalender übrigens die letzte Sommerwelt des Jahres! Dazu nun ein Abschiedslied, das die beiden Freunde heute zum Begin der Dienstagswelt im Duett zwischtern wollen: Ja - sowas hat die (Dienstags-)Welt noch nicht gehört - aber irgendwie kommt es uns doch bekannt vor...:


Jetzt tanzen alle Puppen - macht auf der Bühne Licht,
macht Musik bis dass der Schuppen wackelt und zusammenbricht.

Scheißt ruhig auf Frack und Fummel - kommt grad wie's Euch gefällt
Freut euch auf Spaß und Rummel in der heutgen Dienstagswelt

Wir werden ohne Techno des Lebens nicht mehr froh
die Foltern dauern ewig zwischen jeder Dienstagsshow

Jetzt woll'n wir aber starten - wie lang soll'n wir noch warten
"Keine Sekunde mehr" mit der

fabelhaftesten, sesationellsten, dienstagsnachthaften, dimensionellsten
Ja - jetzt - kommt - das - Dienstagsballyhoo!

Sensationell, oder?

11.09.2012 :: Varianz Labelnacht

Line-up:
Live:
Raeyk :: Varianz

DJs:
Paul Brtschitsch :: Rootknox // Leena Music // Varianz // Broque // Ostgut Ton
Mariano DC :: VARIANZ // ANDES MUSIC // RESOPAL [Buenos Aires]
Toni Oskari :: PlusPlus

Oh je... was soll das bloß mit der Berlin Music Week ?? Vor drei Jahren hat das Ganze mal ganz ambitioniert gestartet - als Versuch, alle Akteure des Berliner Musikzirkus zusammen zu führen, sodass sich unser schönes Provinznest in all seiner Vielfalt der großen, weiten Welt präsentieren konnte. Als erstes scherte die a2n (alltogethernow) aus, das Netzwerk alternativer Musikaktivisten. Das waren quasi die Schmuddelkinder des Business, die nicht mit den rosa Plastikförmchen der Popkomm rsp. Dieter Gorny's Popindustrie spielen wollten, sondern sich um eigene, ungewöhnlichen DIY Tools bemühten. Die damals naserümpfende Popkomm ist mittlerweile auch Geschichte. Bye bye, Baby... Auf das einstige Messe-Flagschiff des Musikstandorts Deutschland (wozu sie sich im rheinischen Köln entwickelt hatte) machten die Berliner letztes Jahr endgültig den Sargdeckel drauf. Dennoch sicherte sich die für ihren Spürsinn bekannte "Kulturprojekte GmbH" (eine Senatseigene GmbH, die zwar mit Steuergeldern ausgestattet wird, die sich aber einer politischen Kontrolle des Senats durch die private Rechtsform entziehen kann) die Rechte am verbrannten Markennamen. Man weiß ja nie, ob man damit nicht irgendwann doch noch mal einen Zombie-Walk inszenieren kann... Und nun stehen auch hinter der Clubnacht im Rahmen der BMW mehrere dicke Fragezeichen. Hinter den Kulissen arbeitet der Chef der zuvor erwähnten Kulturprojekte GmbH, Björn Döring, mit Hochdruck daran, der ClubCommission als Organisationspartner auch die letzten Reste von Wertschätzung und Planbarkeit zu entziehen. Was bleibt ist das Berlin Festival, das laut Inforadio vom Samstag "seelenlose Großspektakel" zwischen Autoscooter, kandierten Äpfeln und Werbe-Overkill... Na, wenn die Berliner eins können, dann Großprojekte versemmeln! In einem Gastbeitrag in der Berliner Zeitung am Samstag schwadroniert sein Namensklon Björn Böhning, seines Zeichens Leiter der Senatskanzlei: "Die Berlin Music Week hat fulminant begonnen... Das Lineup des Berlin Festivals zeigt: Internationale Größen zieht es nach Berlin. Daran muss die Szene jetzt anknüpfen und in ihrer ganzen Bandbreite weltweit überzeugen." Das ist noch größerer Blödsinn als der, den wir uns an dieser Stelle oft ausdenken - allerdings bringt er damit niemanden zum schmunzeln. Ist es nicht genau anders herum? Nämlich, dass die Musikszene internationale Größen nach Berlin zieht - auf das sich das Berlin Festival mit in den Allerwertesten draufsetzt - und mit Hilfe in den selben geblasenen Fördergelder sowie einer entfesselten Sponsoringmaschine einen Hype zu generieren versucht, der jeden seriösen Akteur im Musikbusiness - sowie Liebhaber authentischer Kultur - die Nackenhaare aufstellt? In welchem Paralleluniversum leben diese Leute eigentlich?

Jedenfalls kann es nicht das Universum sein, in dem sich die Dienstagswelt Woche für Woche dreht. Das funktiniert nämlich nach ganz, ganz anderen Gesetzen! Im Gegensatz zum Rummelplatz am Flughafen Tempelhof (an dem es mehr nach Zuckerwatte als nach Ganjah riecht) sind noch Self-made-Musiker, DJs aus Leidenschaft und dem eigenen Lebenstraum verhaftete Labels gefragt - wie z.B. die Protagonisten der heutigen Varianz-Labelnacht. Das Berliner Vorzeige-Label kommt, wie unsere gesamte Wunderwelt, ganz ohne Fördergelder und Sponsorengeblödel aus, einzig ein Kulturbeitrag in Form des Eintritts sorgt dafür, dass wir uns heute wieder einem unbeschwerten, musikalisch anspruchsvollen Spätsommervergügen hingeben können. ...Das zudem so international besetzt ist, wie sich Herr Böhning das wohl gar nicht für eine solch kleine Szeneveranstaltung vorstellen kann: Nicht nur, dass Paul Brtschitsch seit vielen Jahren ein herausragendes und weltweites Aushängeschild für Berliner Elektrokultur ist: Mariano DC etwa kam einst aus dem fernen Buenos Aires nach Berlin, lange bevor Experte Böhning die Szene aufzurütteln versuchte. Außerdem beehren uns heute mit Raeyk der Varianz-Labelchef höchstpersönlich sowie der Gema-frei produzierende Toni Oskari vom Netlabel Plusplus. Wir finden, dass hat viel mehr mit authentischer Berliner Musikkultur zu tun, als das Spektaktel am Flughafen... Oder leben am Ende wir im Paralleluniversum der Bedeutungslosigkeit? Und: wollen wir wirklich nüchtern weiter darüber sinnieren?

04.09.2012 :: Rough On The Ground

Line-up:
Nvelope :: Eintakt Records | Zuckertuetentraum
DJ Clementine :: Süss & Sauer
Marcel Knopf :: Clap your Hands | Mo´s Ferry
DJ Klex :: Tanzkreis


Wegen aktuter Überarbeitung heute keine lustigen oder ernsten Promotexte. Die Veranstaltung wird trotzdem geil!

28.08.2012 :: Keller, Geister & Geschichten :: Keller Rec. Special [2 floors]

Line-up:


Fjaak feat. Lois (Luis) Eckenberger (Sax) (live) // Drive
Aparde (live) // Concorde Club Rec.

Jules Winnfield // Keller Rec.
Nicorus // Keller Rec. | Deine Lieblingsraver
Philip Abbas || Keller Rec.


Spiel nicht mit den Kellerkindern, sagte man früher immer. Warum eigentlich? Vielleicht, weil die lichtscheuen Bewohner fensterloser Etagen eine ganz eigene Vorstellung davon haben, was "Spielen" alles sein kann - und wer daran seine unbändige Freude hat..?

Im nächtlichen Dunkel treiben sich heute allerhand seltsame Wesen in der Dienstagswelt herum: strenge Kerkermeister, Wichtelmännchen in Filzpantoffeln, bärtige Zwergenbräute, grimmige Verließwächter, eiserne Jungfrauen, einäugige Zwergzentauren und andere zwielichtige Gestalten gestalten den heutigen Abend ganz nach eigenem Geschmack. Ob das schmeckt? Sicher - aber sicher nicht nach Pfefferminztechno..!  Heute Nacht wird's auf jeden Fall anders - anders, als wenn man heimlich und entgegen den vielen Beteuerungen der erwachsenen Technojahre an verbotenen Schunkelhouse denkt. Aber keine Bange: Keller Rec. sitzt an den Reglern der Geschmackskontrolleinheit, um die schlimmsten Jugendsünden auszubremsen. Aber sonst? Da soll ja ein Saxophonspieler kommen - und Fjaaks technoide Rhytmen mit ein wenig Musik umwickeln. Wie aparde... Trotzdem sagen wir an dieser Stelle schon mal vorab: Thank you for the Music, zumindest im Oberstübchen. Gimme, gimme, gimme some House after Midnight..! Vielleicht lernen wir uns ja heute neu zu erfinden? Es gibt Gerüchte. Gib's immer - aber heute auch darüber, in welchem Zustand uns Nicorus denn nun nach der Fuckparade und Beatplantation am Wochenende entgegen treten wird? Alles Pulp? Alles Fiktion...? "Du wirst jetzt diese Tüte durchwühlen und meine Setlist raussuchen." - "Welche ist es?" - "Die auf der 'Böser schwarzer Mann' steht..." Keine Angst, wir wollen nur spielen. Einsatz? Eine unvergessliche Nacht auf der Dienstagswelt!

25.08.2012 :: Kein Sound Für Nazis :: Dienstagswelt @ Fuckparade

Brüder - zur Sonne, zur Freiheit! 

Kosmonauten der Dienstagswelt bereisen dieses Jahr die Fuckparade! Erstens weil da das Wort "Fuck" drin vorkommt und zweitens, weil wir ein Zeichen setzen wollen gegen die vielen Fehlentwicklungen in dieser Stadt. Wir wollen Raum für Subkultur erhalten und eine Vielfalt der Lebensentwürfe zulassen, wollen Toleranz, Repekt und Mitbestimmung von Betroffenen an den Prozessen, die in ihrer unmittelbaren Sphäre ablaufen. Wir finden Nazis scheiße, und wild wuchernde Immobilienspekulation, die Bebauung des Spreeufers, die Gema (aber nicht ein vernünftiges Urheberrecht), Politgeschacher in Hinterzimmern und den ganz alltäglichen Biofaschismus als Bessermenschtum. Deswegen machen wir auch laute Musik mit vielen Supportern. Irgendwie haben wir Wagennummer 10, fahren aber an 7ter Position. Naja, ihr werdet uns schon finden, wenn ihr wollt...

Unser Motto zur Fuckparade lautet: Kein Sound für Nazis. Wir wollen uns explizit für Toleranz - und gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aussprechen. Manchem mag das vielleicht langweilig erscheinen - und wenig kreativ angesichts der vielen aktuellen Themen, die unsere Stadt in punkto Zukunft von (musikalischen) Subkulturen bereit hält. Doch Subkultur steht auch für ein Miteinander verschiedenartiger Menschen, Kulturen und ethnische Hintergründe. Wir haben dieses Motto auch gewählt, weil Techno - und allgemein: elektronische Musik - ein sehr "deutsch" geprägtes Kulturgut ist, das aber nach unserer Auffassung für eine hedonistische, weltoffene und tolerante Gesellschaft einsteht, die sich gegen nationale - und erst recht: (neo-)nationalsozialistische Ausprägungen eines "deutschen" Kulturbegriffs wenden muss. Weil es auch eine elektronische Subkultur gibt, die aus ihrer Nähe zu totalitären Ideologien keinen Hehl macht - und daher ein Bewustsein der Musikliebhaber für ein Wertekontext unserer (Sub-)Kultur immer wieder neu angesprochen werden soll/muss. Auch im Vorfeld dieser Fuckparade meinten ein paar Ignoranten die Diskussion lostreten zu müssen, wie man so intolerant gegen Leute sein könne, die einfach nur gerne Thor Steinar tragen. Dazu sagen wir: Wer Geld für diese Klamotten ausgibt, unterstützt bewusst die rechte Szene. Das ist so unpolitisch wie wir mit unserer Forderung: Fuck Nazis!

Wir würden uns freuen, wenn ihr uns besuchen kommt, mittanzt, feiert und jedem mit offensichtlich rechter Gesinnung konsequent entgegen tretet. Wir wollen natürlich eine friedliche Parade mit viel guter Laune und einer vollen Portion Hedonismus - im ursprünglich politischen Sinne. Musikalisch werden wir unterstützt von: Giotto, Qanir, Marcel Cluso, Anja Zaube, Nicorus, Bastian Kurzweil und Affaire Zweifuss.

Dienstagswelt :: You See [2 floors]

Line-up:
**** LIVE ****
Toby Dreher :: 3000° | Dekadent | Rotary Cocktail

**** DJs ****

Anarki :: Barfuss
Mike Wall :: Wall Music | Varianz | Schallbox
oaK-Klee :: Berlin

**** 2nd ****

Cup Of Jazz :: Berlin

Welten sind ja was ganz Unterschiedliches: Meine Welt, deine Welt. Das Wort für Welt ist Wald, hieß mal ein Eco-Science Fiction Roman von Ursula K. LeGuin. Davon übrig geblieben: die Gartenwelt im Freizeit- und Gartencenter an der Ausfallstraße oder die Welt der Wunder im Museum für Naturkunde und Technik - und natürlich die fabelhafte Welt der Hysterie... oder war es Amputie? Schon Pipilotta Victualia wusste: am Besten macht man sich die Welt, wie sie einem selbst gefällt. So halten wir das jedenfalls immer mit der Dienstagswelt. Unsere Dienstagswelt - wie wahrscheinlich viele andere Welten auch - ist ja sowohl ein Ort, als auch ganz viele Orte. In sie passen Millionen von Wahrheiten, die trotzdem mit dem einem Wort treffend so umschrieben sind. 

Über die Wechselwirkung zwischen Ort und innerer Verbundenheit schrieb Tobias Rapp in seinem 2009 erschienen essayistischen Werk "Lost and Sound": Jeder und jede hat den Ort, der für ihn oder sie am stärksten mit Wirklichkeit aufgeladen ist. Der Ort, der zählt, an dem die wirklich wichtigen Dinge verhandelt werden, wo man sich als Teil der (Dienstags-!) Welt fühlt, weil von hier aus ein ideeler Kontakt zu anderen, ähnlich gesinnten Räumen besteht und den Menschen, die sie bevölkern. Der Ort, zu dem man die anderen Orte in Beziehung setzt, an denen man sich bewegt. Früher mag das mal die WG-Küche gewesen sein oder die Straße. Für mich und viele andere, die ich in den vergangenen zwanzig Jahren in Berlin getroffen habe, war das der Club. Der Ort, an dem Geschichte gemacht wird, an dem man das Gefühl hat, sein eigenes, kleines Treiben sei Teil eines großen Jetzt. Dieses Gefühl ist natürlich, bei nüchternem Tageslicht betrachtet, höchst zweifelhaft und im Großen und Ganzen Quatsch...

Also Leute, keine Atempause... Wollen wir mal wieder ein wenig Geschichte machen? Natürlich nur eine, die sich in den ersten Hitzewallungen des heraufziehenden Mittwochvormittags im Flirren des Tageslichts verliert, deren Bedeutung mit den letzten Tunes dess letzten DJs verhallt und deren flüchtiger Charakter nur in dem Moment spürbar wird, an dem wir unsere grenzenlose Phanatsie, unsere Freiheit des Seins und unsere Lust an der Begenung mit dem/ der Unbekannten uneingeschränkten Raum geben. Schaun wir mal, ob uns dass an jener kommenden Nacht nicht doch wieder gelingen kann... Es helfen: Toby Dreher (live), Mike Wall, Anarki, oaK-Klee und Cup Of Jazz. So oder so:The Heat is on!

P.S.: wir weisen in dem Zusammenhang auf die am Samstag stattfindende Fuckparade hin, an der sich dieses Jahr auch die Dienstagswelt mit einem eigenen Wagen beteiligt. Wir fahren unter dem Motto: Kein Sound für Nazis. Vielleicht habt ihr ja Lust, ein wenig mitzufeiern oder uns gar ein wenig zu supporten..? Im letzten Falle meldet Euch doch einafch unter info@dienstagswelt.de Los geht's jedenfalls ab 15 Uhr am Mauerpark!

Live Sender [2 floors]

Line-up: 
Live:
Metope // live // Areal Rec. | Sender


DJs:
Benno Blome // Sender/Senzen
Georg Fichtenau aka Gorchee // Circus Total
SiD // freizeitglauben | Uponyou


2nd: Sebastian Klenk // Silk Soul | Sender

Trans Europa Express! Na? Wer erinnert sich? Fundstück der Woche ist ein heißer Bericht von bln.fm-Chefredakteur Tim Thaler und Djane Vela im Fachmagazin für Subkultur und Szenewissen "DB mobil" (ihr wisst schon, was immer in den Inter-, Euro und sonstwie-Citys ausliegt...) über das aufregende Nachtleben auf Berlin's Feierrouten. In diesem mitreißenden Report wird das MIKZ als "berauschend bunt dekoriert" umschrieben, Attribute, die wir so noch gar nicht wahrgenommen haben. Irgendwie wirkt das MIKZ auf uns doch eher wie ein post-industrielles Ensemble mit etwas improvisiertem Charme, Streetartresten und 'ner Menge Huschi-Huschi hinter der Kulissen... Aber wer weiß, wie experimentierfreudig die Beiden vor ihrem Besuch in unserer Stammbutze waren, wenn "alles so schön bunt hier" war... Wusste ja schon Nina H., die erst das Braunbeige ostdeutscher Spießigkeit musikalisch kommentierte, bevor sie lebensweltlich über die westdeutsche TV-Hysterie stolperte... Wohl nur, um danach in seltener Experimentierfreude sämtliche Freizeitglauben außerhalb unserer Milchstraße auzuprobieren. Vielleicht aber hat sie auch nur zwischen den Kakteen in der sengenden Wüstensonne Arizonas gesessen um mit den beiden Kumpels Peyote und Meskalin ein paar hübsche Bilder zu malen... Man weiß es nicht. Die hinterlassen dann ja auch gerne mal ein paar Kleckser auf der Seele eines Menschen...

Aber tauchen wir einen Moment unter die Oberfläche dieses sich auch durch die Musikgeschichte ziehenden Flirts zwischen Substanz und Schwingung und gehen der heutigen Veranstaltung auf den Grund. Ein schillerndes Ensemble aus hochkarätigen Lebensrettern begleitet uns mal wieder durch die Untiefen der Nacht: Wärend Metope (live) und Benno Blome vor musikalischem Senderbewusstsein strotzen, sorgen Georg Fichtenau (mit Feierdiplom aus der Bar25) für den Circus Total, während SiD uns einige seiner musilkalischen Heilsversprechen aus dem zuvor bereits erwähnten Freizeitglauben verkündet.  Das Oberstübchen (also der 2. floor) wird heute von Sebastian Klenk bespaßt. Die Dienstagswelt, das einzige Institut zur Erforschung musikalischer Lustbar- und Absonderlichkeiten, flutet also an diesem denkwürdigen Dienstag das MIKZ mit einem Meer einzigartiger Sounds und Schwingungsströmungswellen des besonders guten Geschmacks. Wir verteilen am Einlass bunte Tiefseemuschelhelme, um mit Euch unter die Oberfläche der Nacht zu den verwunschenen musikalischen Schätzen zu tauchen. Wir küssen ein paar Meerjungfrauen (oder doch mehr junge Frauen?), lassen uns auf der Basswelle des Glücks bis nach Atlantis tragen und bauen dort einen Sender aus reiner Liebe zur Musik - und natürlich etwas Zitronenkaugummi! Sodann verkünden wir auf Dienstagswellenlängenultrafrequenz: die lang erwartete Ankuft des goldenen Zeitalters von Wassermann und Oktopussy - und ihres sagenumwobenen (und zugegebener Maßen etwas schlüpfrigen) Duetts zwischen den Riffen des Müggelsees... Oh, wir schweifen ab... Ach, ganz wichtig: Kopfsprünge und Arschbomben in die Glückseeligkeit wie immer auf eigene Verantwortung! 

07.08.2012 :: Formresonance Label Nacht :: 2 floors

Line-up:

J-Lab // live [Unoiki] 
Florian Schirmacher [FormResonance | Perlon | Cocoon]
Form Resonance DJ Team (mit Marc Bammann) 

Deadbeat [Mutek | BLKRTZ (Montreal / Berlin)] 
[Connaisseur Rc. | FormResonance]
Bert Greif [FormResonance | bln.fm]
Bird & Schirm [FormResonance DJ Team]


Der Auftritt von Chris Manura muss leider verletzungsbedingt entfallen.

Also echt mal: Wo soll das noch hinführen? Diese Tage jagt auch wirklich ein gutes Festival das nächste... Kaum ist das OpenAir auf dem Teufelsberg vorbei sorgen Fly Bermuda, das Jubiläumsfest von Elektrotribe, das Krake Festival - und einige weitere Wochenend-Highlights für Aufsehen: Solch eine gelebte Musikkultur ist ein echtes Geschenk an die BerlinerInnen und ihre Besucher... aber: Wie um alles in der Welt kann sich da unsere kleine formResonance DienstagLabelnachtwelt Gehör verschaffen? 

Nun: Freundlicherweise sind der Elektrotribe und Fly Bermuda ja dann schon wieder gelandet - und das Krake Festival legt ein erstes Päuschen ein - am Dienstag wird nicht gekrakelt. Großartig, oder? An unserem Lieblingstag also kann hemmungslos ein Rundflug über den Dienstagsplaneten gebucht werden! Nichts wie ran, denken sich unsere Freunde von formResonanz, und schicken sich an, die erwartungsvolle Nachtluft mit ihrem unverwechselbaren Labelsound zu schwängern.  Nicht umsonst spielen sie bei uns in der vielleicht sommerlichsten Dunkelheit in dieser Stadt - ihre Produktionen jedenfalls verheißen Hitzespiegelungen am Horizont des vergangenen Tages, die sich im unruhigen, verschwitzten Duktus der Nacht entladen. Hungrig nach dem Augenblick treibt der Klang in Form und Resonanz seine künstlerischen Erzeuger und ihre Anhänger von Moment zu Moment, zwischen sonnendurchfluteter Leichtigkeit und deeper Vibration unterhalb der Gürtellinie... Wer hier und dann und wann verschwitzt wieder vom nächsten Sonnenaufgang träumt, der wird sicher später auch die Gelegenheit haben, jenes Ereignis live mitzuverfolgen. Bis dahin aber schlängeln wir uns durch die Nacht, durch die uns Florian Schrimacher (Hatikvah | Federleicht)  Marc Bammann (hat schon den Track On The Streets von Kollektiv Turmstrasse remixen lassen und bei Fabric in London untergebracht!), Bert Greif (im O-Ton eines Groupies: "Bert Greif spielt. Das ist ja einfach supi-dupi-mega-geil."), Deadbeat (Mutek goes Dienstagswelt - yeah!) sowie J-Lab (unser langjähriger Wegbegleiter mit Wurzeln in London, dem Herz in Berlin und den Kopf in den Wölckchen... etwa aus seiner Purpfeife..?) Die Verkostung der edelsten Schätze aus der Distillery in Leipzig mit Chris Manura muss leider verletzungsbedingt ausfallen... Ein bisschen schade ist's schon... 

31.07.2012 :: You See

... fiel leider aus... nächste Woche ist der Strom wieder da, versprochen

24.07.2012 :: Sleeves Nacht [2 Floors]



Line-up:

Live:
Daniel Schwarz // live [Sleeves]
Abonné // live [Sleeves | OPSM]

DJs
Lars von Licht [Sleeves | Tenth Circle] | UK
Maart Roux [Shitkatapult | ynf-nd Rec.]  | Brazil
Herr Süß [Sleeves | Tonkind]


Mensch, das waren noch Zeiten... Gestern fiel uns beim Besuch des Flohmarktes auf dem Boxi ein Materialienheft des "Alchimisten Kongresses" in die Hände, der 2001 im damals noch der Alternativkultur zugeortneten Pfefferberg stattfand. Das Cybertribe-Netzwerk hatte in jenen Tagen allerhand illustre Akteure versammelt, die sich um eine verbindende Klammer der Themen Spiritualität, Musik, Drogen, Extase, Autonome Lebensformen und Esoterik bemühten. Hemmunsglos wurden hier Commandante Marcos (Chiapas Widerstand), Albert Hoffman (LSD), Wilhelm Reich (Orgon Strahlung), Che Guevara (Revolutionär), Barnim Schulze (Molekularvertonung), Timothy Leary (noch mal LSD), Hakim Bey (autonomer Philosoph), Hans Cousto (kosmische Oktave), Robin Hood (ein kleiner copy-and-paste-Fehler weist ihn als König der Juden aus - genau wie Jesus auf der nächsten Seite...), der Dali Lama (spiritueller Führer), Gallileo (ketzerischer Astronom) und L. Ron Hubbard (Scientology) als eine Art Gruppenbild von Leitfiguren präsentiert - ähnlich wie das Gruppenbild des Beatles-Covers zu Sgt. Pepper' Lonely Hearts Club Band. Anders aber als bei der Schallplattenhülle der vier Pilzköpfe, auf dem z.B. Adolf Hitler (ähnlich wie Jesus und Gandhi, doch aus anderen Gründen) wieder gestrichen wurde, featured der 178 Seiten umfassende Reader auf einer Seite auch Osama Bin Laden als Freiheitskämpfer. Das war noch knapp vor dem 11. September 2001 - wo die Mittelstandskinder der "Raving Society" noch immer dachten, die Welt stünde kurz vor der finalen Bewusstwerdung - und es läge an ihnen, den letzten Impuls dazu zu geben. Das sollte mit Hilfe von "Medienschamanen" und Schriften über Magie der "Bayerischen Illuminaten", übr das "CyberDadaManifesto" und Klangalchemie gelingen... Zudem noch mit Hilfe einer Verschlagwortung vieler anderer, ungewöhnlicher Zusammenhänge einer enthusiastisch zelebrierten Cyberkultur, die zwar kreativ war, die indes der Lebenswirklichkeit - nicht erst nach dem 11. September - dann doch nicht ganz standhalten konnte. Trotzdem: Träume, Phantastereien und kreative Entdeckungsreisen hinter die Spiegel der schnöden Realitäten üben wohl zu allen Zeiten eine Faszination aus - und jedes Leitbild einer neuen Generation basiert wohl auf den Träumen einer besseren Welt. Apropos Welt...

Die Dienstagswelt zum Beispiel ist ja so ein Traumgebilde aus Musik, Extase und gelebtem Bildungsauftrag. Heute etwa bilden wir uns ein, Geburtshelfer einer neuen Nacht voller rauschender Musik, hypnotischer Beats und glückseeliger Menschen werden zu können. Und ihr könnt das auch! Denn das Berliner "sleeves"-Label hat in der Wundertüte ihres Künstlerfundus gewühlt und einige unerhörte Perlen der elektronischen Tanzmusik zum Vorschein gebracht. Ganz ohne LSD verwandeln wir heute das MIKZ wieder in einen Tempel der Lustbarkeiten, verzaubern Liebhaber elektronsicher Musik mit zwei Liveacts und helfen auch gerne mit ein, zwei Jägermeistern nach, wenn sich die rechte Nachtschwärmerei nicht gleich einstellen will... Und ganz im Sinne des Alchimistischen Kongresses wünschen wir uns, euch und dem ganzen Kosmos drumherum auf Neudeutsch: Rave New (Tuesday-)World! Ach so, ja: Bei dem schönen Wetter ist natürlich auch wieder der Hof auf. Wer 'nen Liegestuhl mitbringt, hat's natürlich bequemer, aber bitte nicht wieder die ganze Tanzfläche vollstellen damit!

17.07.2012 :: Lebanon Patterns

Line-up:
The Middle Beast // live [audio-visual] // Beirut
Jade // Basement | Beirut
Tagträumer² // Black Fox Music
Axiom // Crazy Language

2nd:
DJ Zhao // Ngoma Sound System


Wisst ihr, während der Gott der Berliner Umsonst-und-Draußen-Parties fast täglich dicke Tränen der Enttäuschung über die ohnehin schon nassen Partywiesen verschüttet, brechen wir auf zur Morgenlandfahrt. Wir erkunden dabei eine ganz eigene musikalische Welt hinter einem mittlerweile gar nicht mehr ganz weißen Fleck auf der Landkarte der elektronischen Musik. Mit Forschergeist, Fusel und verdammt viel Feierlust trudelt der Dienstagsplanet in die Umlaufbahn nahöstlicher Beats'n'Lights - vor allem Dank unseres audio-visuellen Headliners "The Middle Beast" aus dem fernen Beirut. Mitgebracht hat sie uns "Jade", seines Zeichens DJ und Clubbetreiber - ebenfalls aus der libanesischen Hauptstadt, die noch vor gar nicht all zu ferner Vergangenheit statt durch 4/4 Beats zwischen 120 und 150 bpm vom Rhythmus von Maschinengewehren erzitterte...

Seit diesen Tagen jedoch sind eine Menge Dinge ins Lot gekommen, kleine Elektronik-Festivals wie da Forestronika oder erste Techno- und House Clubs wie das Basement setzen auf die verbindende Kraft der Musik und darauf, dass die Welt durch sie ein wenig bunter, schöner, friedlicher und offener wird. Nun, wir von der Dienstagswelt können da nur begeistert zustimmen und ihre Pioniere einladen, mit uns das ein- oder andere Ründchen zu drehen. Supportet werden wir von "Tagträumer²", einem langjährigen Freund und auch der heimliche Initiator dieser außergewöhnlichen musikalischen Begegnung. Eröffnet wird deie Nacht durch "Axiom", seines Zeichen einer der Macher des Krake-Festivals und zugleich auch Labelhead von Crazy Language, dass sich auf eher experimentellere Elektronika spezialisiert hat. Das Oberstübchen schließlich wird bespielt durch "DJ Zhao", Mastermind des Ngoma Soundsystems, der uns mit auf eine Reise von Afrika über den Orient bis hin ins ferne Asien nimmt - nicht ohne Beats, Bässe und einen kräftigen Schuss Exotik in unsere Dienstagswelt einzustreuen. Für uns auch ein kleines Abenteuer - auf das wir uns mächtig freuen. Wer weiß, wann sich so eine Gelegenheit noch einmal ergibt? 

10.07.2012 :: Sex Invasion (2 floors)

Line-up:
Axle & De-Bora (musical mayhem / berlin)
bad cee (pink-pong / berlin)
edward ean (pink-pong / berlin)
Lars Moston (Top Billin / berlin)
luke redford (hive club / zürich)
manuelle musik (miteinander musik / zürich)
stereohaunts (follow / frankfurt)
solvane (pink-pong / berlin)
The Sexinvaders (pink-pong / berlin)


Melt my brain! Sommerzeit - Festivalzeit! Rechtzeitg zur warmen Outdoor-Saison setzt der (sub-)tropische Starkregen ein. Und mit ihm die Unmöglichkeit trockener Sommernächte. Und wer schon bei Nachtschweiß und Bewegung ist, der ahnt es bereits: die kommenden Nächte werden heiß. Schwül. Exstatisch. Es riecht nach Körpern in Bewegung, Lust, Hemmungslosigkeit. Sex Invasion, im rosa Plüschanzug natürlich, immer auf der Suche nach dem schweißtreibenden Untendrunter. Gehts noch deeper? Tiefer? Jaaaa! Die letzten Hemmungen gehen in dem Maße verloren, wie die Perlen der Nacht das Dekoletté runter rinnen, oder den Rücken - hinab bis unter die Gürtellinie. Das wissen auch The Sexinvaders, Initiatoren der heutigen Gruppensause aus Sound, Licht, guter Laune und verschwitzetn T-Shirts. Und egal, wohin Euch Eure Triebe treiben, der 4/4 ist schon da, pumpt zum salzigen Naß auf der Haut auch noch warmes Blut durch die darunter liegenden Adern. Blitze zucken wie Stroboskope über den Nachthimmel draußen, wärend sich drinnen Stroboskope wie Blitze über die wogenden Dienstagswelter ausschütten. Oben und unten, draußen und drinnen: Die Dienstagswelt öffnet alle Schleusen, um in dieser Dienstagnacht das große Schauspiel zwischen pinkfarbenen Elefanten, rotäugigen Hasen und den zahlreichen Geschöpfen schwül-heißer Sommernächte zu inszenieren.  Kennt ihr den Karneval der Alligatoren? Na dann: Herzlich willkommen!

03.07.2012 :: Home Coming / Fusion Landing (2 floors)

Line-up:
Live :: Minimal Lounge // Underyourskin Rec.

Por.No // Hangar
Chroma // Stil vor Talent
Foolik // Kleidertant
Beatmörtelz // Keller
Marcel Cluso // Dienstagswelt


Hui, das ist/ war ja schon wieder eine Fusion mit reichlich Unwetter, wenngleich der Dauerregen von letztem Jahr wohl niemals zu toppen sein wird. Pinkfarbene Rettungsschlauchboote und ein Fön aus saftigen elektronischen Beats sollten indes dafür sorgen, dass sich wirklich alle schlamm- und unwettererprobten Feiergranaten sorgenfrei auf unsere heutige Landungsbrücke begeben können, um die Ankunft der Fusionsraketopeden mitzuerleben.

Musikalisch wagen wir heute den Rundumschlag durch eine Vielzahl Berliner Freundeskreise der gepflegten 4/4 Unterhaltung. Und weil ja zu allem Anderen auch noch Ferien sind, kann Dienstagswelt- Resident Marcel Cluso mal wieder entspannt hinter die Turntables springen. Nach Sonar- und Fusionfestival feiert er seine Narrenfreiheit mit seinem frisch zusammen gebastelten 4h-Set extra für's Oberstübchen der Dienstagswelt. Unten spielt derweil Minimal Lounge live - erwartungsgemäß alles Andere als minimale Loungemusik. Während Por.No als weiterer, sagen wir: fast-Resident, in jedem Falle als Klassiker der Dienstagsabendunterhaltung für ein ausuferndes Musikerlebnis fest eingeplant wurde. Ja - und dann machen wir noch Petting mit den Jungs von Beatmörtelz - um das Vorspiel zur eigenen Keller-Labelnacht bei uns mal mit einem Schlagwort zu belegen, dass zugleich die extatischen, gleichmäßigen und rhythmischen Bewegungen beschreibt, zu denen unter der Spiegelkugel lustbringend getanzt werden darf. Chroma, wegen ihres überbordenden Maß' an Stil und Talent ebenfalls nicht zum ersten Mal unser Gast, fasst ihren breit gefächertern Musikgeschmack auch nicht gerade mit Samthandschuhen an. Woran man wieder mal merken kann, dass die Dienstagswelt nicht unbedingt auf musikalischen Kuschelsex steht. Außer manchmal natürlich... Schließlich gilt es noch Foolik zu bejubeln, dessen Kleidertänzchen bei diesem subtropischen Außenbedingungen vielleicht ja auch der Jahreszeit tribut zollt? We wear our Sunglasses at night - so we can - so we can - see the light that's right before our eyes..! Oder?

Ach ja: Zum Fusion Special erhalten alle Fusionisten (mit Bändchen!) heute die ganze Nacht verbilligten 3€-Eintritt. Und dann gibt's ab sofort noch was Neues: In den Sommermonaten machen wir dieses Jahr vielleicht auch mal ein wenig länger als bis 7 oder 8 Uhr, was nicht bedeutet, dass wir die Einlasszeiten exorbitant ausdehnen wollen. Aber wir müssen nicht mehr zwansläufig um 8 Uhr die Musik ausmachen und zum Kehraus blasen. Sagen wir mal es kommt drauf an, wie sich der Feierquotient entwickelt... Die Dienstagswelt soll keine Afterhour-Runde werden, aber eine kleine oder mittlere Zugabe ist in den nächsten Wochen drin..!

26.06.2012 :: Berlin Experience (2 floors)

Line-up:
live: Groj // Traum | Zaubernuss [CAN]

Señor Whoogy // 4Augenvögel
Karol // Ifap
H.Schacht // Samuvar
John Gham // Kung Fu Dub | Flash Rec. [ARG] 


Pfft, eigentlich hätten wir heute 'ne "Netaudio & Friends" - Veranstaltung gut gebrauchen können. Im allgemeinen Klima des GEMA-Bashing könnten wir so tatsächlich ein besonders konsequentes Zeichen dadurch setzen, dass ein Booking ausschließlich unter der Creative Commons Lizenz veröffentlichender Künstler erfolgen würde. Haben wir schon ein Dutzend oder so Male gemacht - aber nicht heute... Ging leider nicht, weil wir die Veranstaltungen schon viele Monate im Voraus planen und festziehen - und da noch nicht klar war, was sich diese Meute aktuell ausdenkt, um ihre Pfründe aufzustocken. Nun gut, wer knapp 500.000 Euro Gehalt im Jahr bezieht, muss natürlich mit ein paar Ideen kommen, wo noch irgendwas zu plündern oder zu stehlen ist. Das Ganze erinnert uns an Wegelagerer und Raubritter vergangener Jahrhunderte - und genauso konsequent gilt es nun, mit dem Gesindel aufzuräumen. Natürlich ist es sinnvoll, dass es einen wirksamen und vernunft-orientierten, fairen, transparenten und ausgleichenden Urheberschutz gibt, leider wird dieser durch die Gema nicht nur nicht umgesetzt, sondern auch aktiv verhindert. Dabei dominiert eine glitze-glitze-kleine, dafür aber super-elitäre Gruppe von raffgierigen Nichtsnutzen etwa 95%der Gema- Mitgliedschaft, die auf Versammlungen weder rede- noch stimmberechtig ist, um vielleicht irgendwann mal irgendwelche sinnvollen Veränderungen zu beschließen. Mit der Forderung nach Neugliederung des Urheber- und Leistungsschutz-Rechtssystems wissen wir uns im Einklang mit den aller-aller-aller-allermeisten Künstlern, Verlagen, Labels und Veranstaltern. Nach unserer Überzeugung ist der Zeitpunkt für eine Reform der Gema überschritten, an ihre Stelle sollte möglichst ein pluralistisches System mit verschiedenen Anbietern, Produkten, Philosophien und Leistungspaketen treten, das sich im Einklang mit den EU-Richtlinien und dem Grundgesetz befindet. Die Zerschlagung der jetzigen Gema und möglichst viele persönliche Konsequenzen wünschen wir all denjenigen, die aktuell Clubs, Veranstalter und Gäste als Melkvieh auf der eigenen Weide betrachten. Leider ist das gar nicht lustig, sondern sehr ernst, hat doch das Berghain z.B. angekündigt, Ende des Jahres den Betrieb einzustellen, sollte die Gemakeule zuschlagen. Aber seid gewiss, dass neben Demos und Aktionen zur Gema-Hauptversammlung noch einige, weitaus schwerere Geschütze aufgefahren werden, an der auch wir uns als Dienstagswelt aktiv beteiligen.

Im Anschluss daran landen einige sehr seltene Gäste im Raumhafen der Dienstagswelt - so z.B. unseren heutiger Zufallsgast Groj. Aus Kanada stammend, legt er auf dem Dienstagsplaneten einen Hauptstadtzwischenstopp auf seiner Tournee ein, die in zuvor nach London und anschließend nach Lyon führt, bevor er sich am Ende des Sommers wieder nach Montreal aufmacht. Ein zweiter Künstler mit wirklich einzigartigem musikalischen Hintergrund stammt ebenfalls vom amerikanischen Kontinents, genauer gesagt aus Argentinien. Seit Jahren pendelt der Weltenbummler John Gham schon zwischen den drei großen B's (Barcelona, Buenos Aires und Berlin), deren Urbanität und unverwechselbare Musikkulturen sein multiples musikalisches Weltbild recht gut umreißen. H. Schacht, ein alter Bekannter der Dienstagswelt, sorgt des Weiteren - wie gewohnt - für das heimelige Wohlgefühl zwischen den Herzklappen. Mit ihm pumpen schließlich auch Herr Karol und Señor Whoogy ihr nach süßem Techhouse schmeckendes Herzblut in diese Juninacht. Zwei feste Säulen der hiesigen Feierkultur, die mit ihren eleganten, selbstsicheren und durchaus ironischen Sets dem Berliner Sound zwischen Tanzvergnügen, Leichtigkeit und Individualität ein opulentes Leben ermöglichen. Pünktlich zum Ferienbeginn und kurz vor dem Abflug vieler Technohummeln zum Fusion Festival schunkeln wir uns mit Euch ein fröhliches Stück weiter in Richtung eines weiteren, unvergesslichen Berliner Musiksommers... 

Maktub Rec. India - Labelnacht + Mitternachtstalk [2 floors]

Lineup:

Jalebee Cartel // Maktub Rec | New Delhi
+ live percussion performance
feat. Arjun Vagale & Ash Roy & Ashvin Sharma

Falling Cows / Live // Maktub Rec | Elektrotribe
Moog Conspiracy // Elektrotribe | Berlin
Breger // Beat Plantation | Essen


2nd:

Intu:itiv // Maktub Rec | Cologne

So ihr Lieben - heute machen wir mal was, was wir noch nie gemacht haben! Wir verschieben den Mitternachtstalk: TECHNO, PARK & ORDNUNGSAMT, weil leider einige Protagonisten den Termin heute nicht halten konnten bzw. einige angefragte "klasse-auf-jeden-Fall-unbedingt-wahrscheinlich-schon-mal-sehen-vielleicht"-Kandidaten es dann doch nicht geschafft haben, zum heutigen Termin zuzusagen. Hmm - aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, hoffen wir. In jedem Fall werden wir uns bemühen, im Sommer noch einen neuen Anlauf zum Thema mit ein paar Umstellungen in der Gästeauswahl vorzunehmen. Bis dahin verschwenden wir unsere Jugend einfach mit einem spannenden Musikprogramm, dass heute aus der Heimat aller heiligen Kühe kommt.  

Falling Cows heißt dann auch der Liveact, den uns das indische Label hinter das Pult spült, doch wer genau hinschaut, entdeckt alte Bekannte - mindestens aus der Dienstagswelt... Das Jalebee Cartel, namentlich Arjun Vagale, Ashvin Sharma und Ash Roy, kommen mit Maschinen und Percussion-Instrumenten, um uns mit ihrer Mischung aus live gespielten Rhythmen und elektronischen Beats aus diversen Dosen die Nacht zu versüssen. Moog Conpiracy und Breger allerdings zum Warmup zu schicken ist dann aber doch eine erstaunliche Maßnahme, sind sie doch eigentlich eher für die extatischen Schlussakkorde so mancher Feierei berühmt. Was uns das über den zu erwartenden Feierquotienten sagt, kann sich ja jeder mal selbst ausmalen... Schließlich machen wir heute auch wieder den zweiten Floor auf, auf dem der in Köln lebende Intu:itiv seine Freunde aus der indischen Heimat supportet.

Ach - und heute haben  wir dann gleich auch noch einen Doppelgeburtstag aus den Reihen der Veranstalter und befreundeten Künstler zu feiern, also kann an dieser Stelle schon mal gar nicht ausgeschlossen werden, dass es hier und da zu euphorischen Überreaktionen kommt. Wer im Sari oder im Bollywood-Style erscheint, auf einem Elefanten angeritten kommt - oder im Tigercatsuit die Kassenfrau anfaucht (besser aber nicht die Türleute!), spart sich den Eintritt!


12.06.2012 :: KLANG * SUCHT * WELT // 2 floors

Line-up:
Whatyes (live) // Klangsucht
Wankelmut // Four Music
Audio Is Guilty // Klangsucht
Dieter Polen // Klangsucht


2nd:
Bluekin // Columbia


Nada Brahma - alles ist Klang, hat der olle Baghwan (Osho) mal gesagt. Stimmt auch, wissen wir spätestens seit der gleichnamigen und wirklich spannenden Lektüre von J.E. Berendt. Jaja, der alte Jazzprofessor und seine Suche nach universalen Harmonien... Manchem Psychonauten mag das bekannt vorkommen, denn auch Hans Coustos "Kosmische Oktave" sucht ja nach dem Klang kosmischer Schwingunsharmonien - vom LSD-Molekül bis hin zum Weltenton Om... Klang * Sucht * Welt könnte also durchaus als ein leicht esoterisches Meditationsthema durchgehen, so wie etwa bei der Vertonung planetarer Schwingungsmuster durch Barnim Schultze's Akasha Projekt. Fehlt nur noch der altehrwürdige Heraklit, der uns mit seinem "Pantha Rhei" - alles fließt - die ganze Ur-Suppe eingebrockt hat, auf dessen Kräuselungen bis heute philosophische, psychonautische und musikwissenschaftliche Wellenreiter unterwegs sind. Wer den Klang sucht, leidet unter Klangsucht? Kann sein... Wir jedenfalls. Uns hat's sogar richtig schwer erwischt! Solange sie elektronisch moduliert und mit 'nem ordentlichen 4/4 unterlegt ist, machen wir gerne unser Schlauchboot zum gemütlichen Schunkeltanz auf den himmlisch-schönen Elektro-Schwingungen klar. Andere würden sagen, wir legen uns gern und regelmäßig auf die Couch diverser (Klang-)Suchttherapeuten. Und da haben wir heute ein ausgesprochenes Expertenteam am Start..!


Live besucht uns heute einmal mehr Whatyes, der mit Sonnenschein und guter Laune  zwischen seinen Reisen nach Kiekebusch und zur Fusion Zwischenstation in der Dienstagswelt macht. Er performt zum Thema: Wer, wie, wasja - und wenn doch, warum nicht? Außerdem bekommen wir Visite von Wankelmut, dem Shooting-Star unter den Unentschlossenen. Frisch zurück vom Seifenkistenrennen in Osnabrück kommt er zu uns in die Dienstagswelt, um alle Mutlosen und Verzagten in ihrem Wankelmut zu bestärken. Warum sich ständig entscheiden, wenn man eigentlich dem Sowohl-Alsauch zugeneigt ist? Und natürlich kommt der Kollege auch, um seine in kurzer Zeit doch ernorm angewachsenen DJ Credits weiter auszubauen. Bei Audio Is Guilty widerum kommt neben der Harmoniebedürftigkeit auch noch ein tief verwurzelter Schuldkomplex der Klangsucht zum Tragen. Da sollte dann spätestens für jeden was dabei sein..! Dieter Polen schließlich thematisiert gelebte Identitätskrisen und Persönlichkeitshopping. Also Persönlichkeits-Hopping, nicht Persönlichkeit-Shopping. Obwohl... Dass der Labelhead sich unverholen als Dieter Polen auf lauten Sohlen auf die Suche nach Germany's Next 4/4-Superstar macht, kann nun wirklich niemanden mehr verwundern. Solange er das aber nicht nach dem Blue System oder ganz Anders macht, sind wir (sternhagel)voll dabei! Voll dabei, in OP Null-Zwei, ist schließlich auch unser Überraschungsgast Bluekin aus Kokolorien, ach nee - es war ja doch Kolumbien. Sie kommt laut unbestätigten Gerüchten vom Klangmedizin-Kartell, einem der berüchtigsten Banden, die alle Klangsüchtigen zwischen Miami und Berlin mit ihren unverschnittenen Sounds und Rhythmen beliefern. Das geht voll in's Blut, wir schwör'n!

Also, genug theoretisiert, lasst uns mal praktisch werden! Unos, dos, tres, cuatro...